Wildnis, Naturgarten und Landschaft haben auch nach den Monaten November und Dezember ihre ganz besondere Art, den Pflanzen eine Plattform zu geben. An einem nebligen Tag erscheint die Struktur von Rinde an Bäumen wie Birke, Kirsche oder Föhre in interessantem Kontrast zum weissen Hintergrund. Farne, Flechten und Moose wirken zwischen Schnee und Laubresten auf einmal magisch, quasi ein Mikrofeuerwerk der Farben. Diverse Varianten von Hagebutten leuchten von Rot bis Gelb. Und Gräser können edel und golden schimmern, dies nicht erst im Herbst, aber während der ganzen Vegetationsperiode. Vorausgesetzt man lässt Halme und verwelkte Blütenstände stehen, was diverse Insekten und Vögel als Unterschlupf respektive Nahrung entgegen nehmen. Selten bemerkt im Winter sind die Knospen von Bäumen und Sträuchern, welche jetzt ruhen, um sich im Frühling in Blättern und Blüten zu entfalten. Diese kleinen Ausstülpungen an den Ästen beinhalten beim genaueren Betrachten eine reichhaltige Palette an Erdton-Farben, und dies bei Minustemperaturen. Auch die Wuchsformen von Ästen, Zweigen, Stielen und Blütenständen werden in dieser Jahreszeit besonders deutlich und setzten sich charakteristisch in Szene.

Der direkteste Weg diese Pflanzenüberraschungen zu erleben, ist nach draussen zu gehen, und selbst zu sehen. Etwas Kälte muss einzig in Kauf genommen werden. Doch dem Frost zu trotzen, wie es auch winterharte Pflanzen tun, lohnt sich allemal.